Rasseporträt

Der Pudel

Bei dem traditionsreichen Pudel hat man immer wieder das Bedürfnis, weit in die Vergangenheit zu blicken, um seinen Ursprung zu ergründen. Doch konnte seine Herkunft bis heute nie eindeutig geklärt werden und wird wohl immer das Geheimnis dieser oft verkannten Familienhunde bleiben.

Beim Stöbern in alten kynologischen Werken findet man viele Vermutungen und Legenden über den Ursprung des Pudels, aber auch immer wieder die für ihn charakteristischen Merkmale: das üppige, lockige Haar, sein unverwechselbares Wesen und seine große Vorliebe zum nassen Element. Wenn wir die Spuren seiner Ahnen zurückverfolgen, so stoßen wir immer wieder auf den Wasserhund, der im 6. Jahrhundert während der Besetzung der iberischen Halbinsel durch die Mauren von Nordafrika nach Europa gebracht wurde. Es wurden auch Mutmaßungen angstellt, der Pudel sei aus einer Kreuzung des zotthaarigen Hütehundes mit einem Jagdhund hervorgegangen. Aufzeichnungen aus dem antiken Griechenland und auch Abbildungen aus Zeiten des römischen Kaisers Augustus zeigen immer wieder pudelartige Hunde in löwenartiger Schur. Schon 1454 wurde der Pudel von Penturrichio als Canis familaris aquatikus (Wasserhund) bezeichnet. Dies erklärt auch den Ursprung des Namens Pudel. Er entstammt dem altdeutschen Ausdruck "Pfudel", was dem Wort Pfütze entspricht.


Start der Pudelzucht in Deutschland und Rasseentwicklung

Schon im 18. Jahrhundert war der Pudel in Deutschland sehr verbreitet, wurde viel gezüchtet und war in Volks- wie in Adelskreisen sehr beliebt. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts schien sein Stern zu sinken. Die Rasse war zwar nicht vom Aussterben bedroht, doch war die Pflege der inzwischen gezüchteten kurzhaarigen, englischen Jagdhunderassen für den Jäger wesentlich einfacher als die der Lockenpracht des Pudels.

Ende des 19. Jahrhunderts begann der Start zur geregelten Pudelzucht in Deutschland. Auf Initiative des Züchters Warmbach schlossen sich einige engagierte Pudelfreunde zusammen und legten so den Grundstein für die planvolle Zucht und Gründung des Deutschen Pudel-Klubs im Jahr 1893, der seinerzeit die Bezeichnung Münchner Pudelklub trug. Ziel dieses Klubs war die Ausbreitung des Pudels mit allen Kräften zu fördern und das Verständnis für seine Reinzucht und sachgemäße Pflege in immer weitere Kreise zu tragen. Je nach Haarpflege unterschied man nach Schnüren- oder  Wollpudel sowie große und kleine Pudel.

Durch Gründung des DPK vor weit über 100 Jahren konnten immer neue Liebhaber für die Rasse gewonnen werden und bis heute kann der Pudel seinen Platz mühelos in der Beliebtheitsscala der Hunderassen behaupten. Bereits Ende der 20er Jahre konnte man durch Einkreuzung erbstarker Hunde aus dem Ausland stolz auf den erreichten Standard sein, lediglich hemmend auf die Beliebtheit des Pudels wirkte sich die  altmodische Schur aus. Was lag also näher, als für den Pudel ein allgemein gefälliges Aussehen zu schaffen. So wurde seinerzeit der "Karakul-Schnitt" kreiert: eine zweckmäßige, sportliche Schur mit kurz geschnittenem Rückenhaar, Schnauzbart und egalisiertem Beinkleid, die jedoch vom Nationalsozialismus verboten wurde. 1936 wurde zusammen mit dem französischen Pudelklub ein neuer Standard erlassen, der für die Zucht der Pudelrasse maßgebend wurde. Bei der Festlegung des Standards war das Ursprungsland der Rasse noch umstritten und erst als Deutschland darauf verzichtete, erhielt Frankreich das Recht, sich als Ursprungsland der Pudelrasse zu bezeichnen. Die Zeit des größten Pudelbooms europaweit war in den Jahren 1962 und 1972, wo er mit an der Spitze aller Rassehunde stand. Dieser Aufschwung war im wesentlichen auf die Bemühungen engagierter Pudelfreunde des Deutschen Pudel-Klubs zurückzuführen, denen es gelungen war, dass in den nachfolgendenJahren die "Neue Schur" im Volksmund "Modeschur" genannt sowie die Farbschläge silber und apricot in denStandard aufgenommen wurden.

Auszug FCI-Standard Nr. 172/12

Harmonisch, gut proportioniert mit charakteristischem gelockten oder geschnürtem Haarkleid. Er erweckt den Eindruck eines intelligenten, stets wachsamen sowie harmonisch gebauten Hundes, der sehr elegant und stolz ist. Der Pudel hat eine tänzelnde, leichtfüßige Gangart.

Beim Pudel unterscheiden wir folgende Größen: der Toypudel mit unter 28cm Schulterhöhe ist der kleinste Vertreter seiner rasse. Danach folgt der Zwergpudel an 28cm bis 35cm, Der Kleinpudel über 35cm bis 45cm und der Großpudel über 45cm bis 60cm, heute meistens 56 - 62cm.

Anerkannte Haarfarben: schwarz, weiß, braun, silber,apricot und rot. Alle Farben müsen einheitlich sein und dürfen keine weißen Flecken aufweisen. Die Neufarben schwarzlohfarben und schwarz-weiß gescheckt sind noch nicht vom FCI anerkannt und werden unter Beachtung strenger Kriterien in ein Sonderregister des DPK eingetragen.

Schuren: der traditionelle Standard mit Löwenmähne, der English Saddle Clip, der Continental Clip der Puppy-Clip sowie die Neue Schur

in Auszügen aus www.deutscher -pudel-klub.de


Eigene Anmerkung

Ich persönlich finde es sehr schade daß die jahrzehntelangen Bemühungen vieler Züchter, die Farben reinerbig zu erhalten, durch die Mischverpaarungen, welche ja  leider erlaubt sind, zunichte gemacht werden. Es ist so vorprogrammiert, dass die Genpools der reinerbigen Farben so nach und nach ganz verschwinden und es in Zukunft so zum Lotteriespiel wird, ob z.B. in einer schwarz /schwarz Verpaarung schwarze, weiße oder apricotfarbene Welpen geboren werden. Ich denke das auch die Farbqualität in einiger Zeit darunter leiden wird. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung, die hoffentlich auch noch andere teilen.

Ich würde mich freuen, wenn ich hierzu auch von anderen Pudelfreunden ihre Meinung erfahre.